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Durchschnittliches Gehalt

Eine einfache, klar Antwort gibt es auf diese Frage natürlich nicht. Ein Friseur verdient logischerweise nicht das Gleiche wie ein Manager, könnte es aber mit einem Meisterbrief und einem eigenen Salon in guter Lage in eine ähnliche Gehaltsklasse bringen. Eine Sekretärin im Vorstandssekretariat verdient ebenso logischerweise mehr als eine Sekretärin im Abteilungssekretariat, aber wenn ein Positionswechsel ansteht, wäre es doch nicht schlecht zu wissen, was man in der höheren Position verdienen könnte.

Man muss auch dazu sagen, dass auch innerhalb der gleichen Berufsgruppe und innerhalb der gleichen Karrierestufe, die Gehälter leider unterschiedlich sind. Der Manager einer kleinen Keramikfirma auf dem Land im Osten wird sein Gehalt keinesfalls mit dem Manager einer global agierenden Firma vergleichen können. Eine Verkäuferin in einer Bäckerei wird ebenfalls niemals das Gehalt erreichen, das eine Verkäuferin in einem Supermarkt in der Innenstadt erreicht. Durchschnittliche Gehälter können immer nur innerhalb der gleichen Position und innerhalb vergleichbarer Unternehmen verglichen werden.

Und selbstverständlich spielt auch das Bundesland eine Rolle. Wir haben ein Ost-West-Gefälle in den Gehaltszahlungen, das sich ebenso deutlich zeigt wie in den Zahlungen der Sozialleistungen, aber auch in der Höhe der Lebenshaltungskosten. Dies muss immer berücksichtigt werden.

Trotzdem können und sollten Sie unbedingt das durchschnittliche Gehalt in Ihrem Beruf, in Ihrer Region und in Ihrer Position ermitteln. Man fühlt sich grundsätzlich wohler, wenn man nicht das Gefühl hat, unterbezahlt zu arbeiten. Und wenn man feststellt, dass man unterbezahlt arbeitet, sollte man schleunigst das Gespräch mit der Personalabteilung suchen. Oder mit dem direkten Vorgesetzten.

Vorgesetzte sind übrigens Untersuchungen zufolge gar nicht abgeneigt, wenn Mitarbeiter ihren Wert kennen und darüber verhandeln möchten. Sie müssen Ihren höheren Anspruch nur richtig begründen. Den Chef interessiert es nicht, ob Sie für ein Kind oder für zwei Kinder Tagesstättengebühren zahlen müssen, die sich nun erhöht haben. Es interessiert ihn auch nicht, wenn Ihr Vermieter die Miete erhöht hat. Das sind alles keine relevanten Gründe für ein höheres Gehalt. Wer mit seinem Vorgesetzten über mehr Geld sprechen möchte, sollte Fakten in der Hand haben.

Was haben Sie für das Unternehmen bisher geleistet? Wo sehen Sie sich im Unternehmen? Welche Weiterbildungen haben Sie seit dem Antritt dieser Stelle absolviert? Wo standen Sie am Anfang und wo stehen Sie jetzt? Seit wie vielen Jahren sind Sie im Unternehmen? Erklären Sie Ihrem Vorgesetzten in einem ruhigen Gespräch, dass Sie inzwischen top sind in Ihrem Job, dass Sie sich weitergebildet haben und Berufspraxis dazu gewonnen haben, und dass Sie der Meinung sind, heute besser zu sein als vor X Jahren, als Sie diese Stelle angetreten haben – und Ihnen deswegen auch ein höheres Gehalt zusteht. Wer sich gut verkaufen kann, wird gewinnen.